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Landwirtschaft nicht allein schuldig an Nitratbelastung

Die EU-Kommission drohte Ende Juli der Bundesregierung mit einem Zwangsgeldverfahren, falls diese nicht binnen zwei Monaten wirksame Maßnahmen zur Verringerung der Nitratbelastung des deutschen Grundwassers vorlegt. Es steht eine Strafe von 850.000 Euro pro Tag im Raum. In der EU gilt ein zulässiger Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter für die Nitratbelastung an Grundwasser-Messstellen. Im Moment erfüllt über 90 Prozent des Grundwassers in Bayern diese strengen Vorgaben für Nitrat. Beim Rohwasser können sogar knapp 97 Prozent ohne weitere Aufbereitung sofort als Trinkwasser verwendet werden. Mehrere Anfragen der Grünen im Bayerischen Landtag haben gezeigt: In Bayern müssen nur 1,47 Prozent der Wasserversorger ihr Trinkwasser aufgrund von Rückständen aus der Landwirtschaft (Nitrat oder Pflanzenschutzmittel) aufbereiten.

Dazu sagt der agrarpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Ralf Stadler:

„Die Landwirte sind sich ihrer Verantwortung für die Umwelt bewusst und wollen Verluste von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie Ackerboden schon aus wirtschaftlichen Gründen minimieren. Das ist Fakt. Viele Landwirte führen außerdem freiwillig zusätzliche gewässerschonende Maßnahmen durch und bewirtschaften inzwischen jeden dritten Hektar im Freistaat Bayern nach den Vorgaben der Agrarumweltprogramme. Wissenschaftliche Erkenntnisse und technischer Fortschritt haben zudem den Düngemitteleinsatz in den letzten 35 Jahren wesentlich effizienter gemacht, sodass der Nährstoffbilanz-Saldo bei Stickstoff von 90 auf unter 40 Kilogramm pro Hektar gesunken ist. Laut Umweltbundesamt gelangen in Deutschland 50 Prozent der Stickstoffverbindungen über Industrie, Verkehr und private Haushalte in die Umwelt. Die Landwirtschaft ist also bei weitem nicht allein verantwortlich für die Nitratbelastung. Erst einmal müssen die aktuellen Auswirkungen der letzten Novellierung der Düngemittel-Verordnung auf den Nitratgehalt wissenschaftlich untersucht werden. Außerdem sollte die Repräsentanz der Messstellen überprüft werden, bevor man weitere Verschärfungen zu Lasten der heimischen Landwirtschaft umsetzt.“

2019-08-09T16:09:14+02:009. August 2019|