Der EVP-Vorsitzende und CSU-Vizechef Manfred Weber hat die Politik der CSU in einem „Pfingstbrief“ einer scharfen Kritik unterzogen. Seine Vorwürfe richten sich vor allem an den CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der nach den Verlusten seiner Partei bei der bayerischen Kommunalwahl unter starkem Druck steht. Weber mahnte, die CSU müsse „das Gemeinwohl wieder in den Mittelpunkt“ stellen. „Als Christen“ müssten die Christdemokraten „die Gesellschaft in all ihren Lebenswirklichkeiten zusammenbringen“. Das „Brückenbauen“ sei „eine Kernkompetenz“ der CSU.

Katrin Ebner-Steiner kommentiert dies als Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag wie folgt:

„Die Panik muss sehr groß bei der CSU sein, wenn Manfred Weber seinen nach zahlreichen Wahlschlappen angeschlagenen Chef auf offener Bühne derart massiv angreift. Es ist jedoch absurd, der CSU Lösungskompetenzen für genau die Probleme zuzusprechen, die sie selbst mitverursacht hat. Die Söder-CSU hat nicht erst in der Corona-Zeit tiefe Gräben zwischen gesellschaftlichen Gruppen aufgerissen und unzählige Familien entzweit. Sie hat auch vorher schon Merkels Politik der illegalen Masseneinwanderung mitgetragen. Dadurch hat sie an der Spaltung der Gesellschaft, der Kriminalitätsexplosion, dem Niedergang unserer Wirtschaft und dem Kollaps des Sozialstaates einen wesentlichen Anteil. Auch Energiewende und Deindustrialisierung hat sie vorangetrieben. Ausgerechnet dieser Partei eine Befähigung zum ‚Brückenbauen‘ anzudichten, zeugt von Realitätsverlust. Dennoch scheint vielen CSU-Apparatschiks in ihrer Parallelwelt fernab der Lebenswirklichkeit der Bürger langsam zu dämmern, dass die Staatskanzlei und das Maximilianeum nicht ihr Eigentum sind. Die Zeiten der CSU-Alleinherrschaft sind lange vorbei. Nun mehren sich die Anzeichen, dass auch ihre Tage als Regierungspartei gezählt sein könnten. Und das ist gut so. Bayern hat Besseres verdient als eine ausgezehrte, entkernte Partei, der Heimatliebe, Marktwirtschaft und christliche Werte fremd geworden sind.“