Eine Schriftliche Anfrage der AfD-Fraktion offenbart massive Unsicherheiten bei der Zukunft der Biogasversorgung in Bayern. Nach Angaben der Staatsregierung fallen allein bis Ende 2028 insgesamt 526 bayerische Biogasanlagen aus der EEG-Förderung. Gleichzeitig stieg die Zahl der endgültig stillgelegten Biogas-Stromerzeugungseinheiten seit 2020 deutlich an: von 36 Anlagen im Jahr 2020 auf bereits 78 Anlagen im Jahr 2025. Insgesamt wurden laut Staatsregierung zwischen 2020 und 2025 bereits 311 Biogas-Stromerzeugungseinheiten endgültig stillgelegt. Sollte nur ein Drittel der Anlagen, die zwischen 2026 und 2028 aus der EEG-Förderung fallen, tatsächlich vom Netz gehen, wären rund 175 bayerische Biogasanlagen betroffen. Das entspräche etwa 6,5 Prozent aller derzeitigen Biogasanlagen im Freistaat. Würde sich der Anlagenrückgang proportional auf die Energieerzeugung auswirken, könnten dadurch ein Prozentpunkt der bayerischen Stromversorgung sowie mehr als ein Prozentpunkt der Wärmeversorgung ausfallen. Sollten dagegen sämtliche 526 Anlagen dauerhaft stillgelegt werden, wären fast 20 Prozent des bayerischen Biogasanlagenbestands betroffen. Gleichzeitig räumt die Staatsregierung ein, dass sie weder die Zahl gefährdeter Nahwärmenetze noch die Zahl betroffener Haushalte und öffentlicher Einrichtungen statistisch erfasst. Dennoch bezeichnet sie Biogas als „unverzichtbaren“ Energieträger für Versorgungssicherheit und Dunkelflauten. Nach Schätzungen auf Basis offizieller Biomasse-Strommengen fließen jährlich mehr als eine Milliarde Euro EEG-Förderung an bayerische Biomasseanlagen.

Florian Köhler, energiepolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag, erklärt:

„Die Staatsregierung weiß, dass Hunderte Biogasanlagen aus der Förderung fallen, kann aber nicht sagen, welche Folgen das für Bürger, Wärmenetze und Versorgungssicherheit hat. Das ist energiepolitisch fahrlässig. Besonders perfide: Einerseits macht die Staatsregierung die sogenannte grüne Gasquote im Rahmen der Wärmewende mit und verkauft mehr Biogas im Gasnetz als Ausweg aus dem faktischen Verbot klassischer Gasheizungen. Andererseits führt sie genau dieses Ziel ad absurdum, wenn durch das Auslaufen der EEG-Förderung die Produktion von Biogas für viele Betreiber nicht mehr rentabel bleibt. Wir fordern ein sofortiges Konzept zur Sicherung bestehender Biogasstandorte sowie eine belastbare Risikoanalyse für alle betroffenen Nahwärmenetze.“

Gerd Mannes ergänzt dazu als umweltpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion:

„Die AfD lehnt die EEG-Subventionswirtschaft grundsätzlich ab. Bei Biogas und Wasserkraft gilt jedoch eine andere energiepolitische Bewertung als bei Windkraft und Photovoltaik: Beide sind grundlastfähig, regional verwurzelt und leisten einen echten Beitrag zur Versorgungssicherheit im ländlichen Raum. Wer Biogas öffentlich als unverzichtbar bezeichnet, darf die Betreiber nicht gleichzeitig wirtschaftlich ins Messer laufen lassen. Wir fordern Planungssicherheit für bestehende Anlagen, eine technologieoffene Energiepolitik und eine vollständige Erfassung aller von Stilllegungen bedrohten Wärme- und Versorgungsstrukturen in Bayern.“