Bürgermeister warnen vor rund einer Milliarde Euro entgangener Investitionen, weil allein in Oberfranken rund 100 Windkraftprojekte gefährdet sind. Zuvor hatten Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger Kommunen 0,2 bis 0,3 Cent je Kilowattstunde und 28.000 bis 42.000 Euro je Anlage und Jahr in Aussicht gestellt. In der Ausschreibung vom 1. Mai 2026 erhielt Bayern nur vier Zuschläge und 2,2 Prozent des Volumens; rund 200 genehmigte Anlagen warten auf EEG-Förderung. Die mittlere Standortgüte liegt in Bayern bei 55 Prozent. Aiwanger fordert einen Korrekturfaktor von 1,70, 14.000 statt 10.000 Megawatt Jahresvolumen und 5.000 Megawatt Sonderausschreibung. Allein für eine Extra-Menge von 5.000 Megawatt wären rund acht Milliarden Euro zusätzlicher EEG-Förderbedarf über 20 Jahre nötig.

Florian Köhler, energiepolitischer Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, erklärt dazu:

„Söder und Aiwanger haben Bürgermeistern einen Geldsegen vorgerechnet, der ohne Dauersubventionen nicht tragfähig ist. Knapp kalkulierende Kommunen haben diese Einnahmen teils schon eingeplant. Wer Planungssicherheit vom nächsten EEG-Zuschlag abhängig macht, handelt fahrlässig. Die Staatsregierung muss ehrlich rechnen und Scheinerträge aus den Haushalten streichen.“

Gerd Mannes, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher, ergänzt:

„Mit höherem Gütefaktor und mehr Ausschreibungsvolumen sind Söder und Aiwanger grüner als die Grünen. Subventionierte Windkraft in windarmem Bayern lebt vom Steuergeld. Die AfD lehnt weitere EEG-Subventionen ab und verlangt Planungssicherheit in der Energiewirtschaft ohne irreführende Versprechen.“