Der Kernenergie- und Kohleausstieg hat den Bedarf an gesicherter Kraftwerksleistung verschärft. In Bayern wurden deshalb mit Irsching 6 und Leipheim zwei erdgasbetriebene Backup-Kraftwerke mit 600 Megawatt in Betrieb genommen. Die Staatsregierung bestätigte auf Anfrage der AfD-Fraktion, dass Bau-, Betriebs- und Instandhaltungskosten von den Stromverbrauchern getragen werden. Allerdings kann sie Investitionskosten, Betreibervergütungen, Betriebsstunden, erzeugte Strommengen, Gasverbrauch sowie Abrufzahl und -dauer nicht beziffern. Trotzdem fordert Bayern den Ausbau gesicherter Kraftwerksleistung auf mindestens 4.000 Megawatt.

Florian Köhler, energiepolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag, erklärt:

„Die Energiewende produziert absurde Kostenkaskaden. Zuerst wurden hochmoderne Kernkraftwerke in die Luft gejagt. Jetzt müssen Gaskraftwerke bereitstehen, weil steuerbare Leistung fehlt – die Kosten tragen Haushalte und Unternehmen. Brisant ist, dass die Staatsregierung nicht einmal sagen kann, wie hoch die Investitionen und Betreibervergütungen sind oder wie häufig diese Kraftwerke gebraucht werden.“

Gerd Mannes, umweltpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag, ergänzt:

„Bayern will den Ausbau gesicherter Leistung vorantreiben, ohne die Kosten zu beziffern. Wenn aus einigen Hundert Megawatt mehrere Gigawatt werden, kann die Staatsregierung nicht einfach behaupten, die Belastung der Stromkunden wäre gering. Wir fordern eine Kosten-Nutzen-Bilanz und eine technologieoffene Energiepolitik. Versorgungssicherheit und bezahlbarer Strom müssen Vorrang haben. Dazu gehört auch, die Folgen des Kernenergieausstiegs ehrlich darzulegen.“