Die AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag hat einen Berichtsantrag ins Plenum eingebracht, um Licht ins Dunkel der Missstände im Friseurhandwerk zu bringen. Immer wieder sorgen Razzien in Barbershops für Schlagzeilen – zuletzt in Augsburg am 21. Oktober 2025, wo der Zoll über 20 Betriebe kontrollierte und in mindestens 15 Fällen Verstöße gegen Mindestlohn, Sozialversicherung und die Meisterpflicht feststellte. Die Probleme – Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung, illegale Beschäftigung und Verstöße gegen die Meisterpflicht – häufen sich besonders bei Barbershops, die von Migranten betrieben werden. Die AfD-Fraktion hat dazu bereits zahlreiche Anfragen gestellt (u.a. Drs. 19/169, 19/6229, 19/809), doch die Staatsregierung antwortete stets ausweichend und teilte mit, dass sie entsprechende Daten nicht erfasse. Dabei sind die Folgen dramatisch: Die Zahl der Auszubildenden im Friseurhandwerk ist von 3.966 im Jahr 2014 auf nur noch 2.496 im Jahr 2024 eingebrochen, die bestandenen Gesellenprüfungen von 1.119 auf 609. In Bayern sind rund 14.850 Betriebe eingetragen und rund 11.700 Meister tätig – zu Barbershops, ausländischen Inhabern oder Ausnahmebewilligungen nach §§ 7a, 7b und 8 HwO liegen jedoch keine belastbaren Angaben vor. Selbst der Bund hat mit dem neuen Gesetz zur Modernisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung Friseur- und Barbershop-Betriebe ins Visier genommen, weil Scheinbeschäftigungen dort besonders häufig sind. Die Bayerische Staatsregierung aber schaut weg.

Johannes Meier, stellvertretender Vorsitzender und Sprecher für Einzelhandel der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag, erklärt dazu:

„Die schwarzen Schafe in der Branche drücken Preise, verdrängen seriöse Ausbildungsbetriebe und zerstören den Ruf des gesamten Gewerbes – zum Schaden der ehrlichen Friseure in Bayern, egal ob deutsche Meister oder integrierte Unternehmer mit Migrationshintergrund. Während die AfD das Thema konsequent auf die Agenda setzt, ignorieren CSU und Freie Wähler das Problem. Das ist keine Politik für Bayern, sondern Wegschauen auf Kosten des Rechtsstaats und fairer Konkurrenz! Die Staatsregierung muss jetzt liefern – die genaue Zahl der Barbershops nach Regierungsbezirken und Landkreisen, alle Kontrollergebnisse der letzten zehn Jahre, die erteilten Ausnahmebewilligungen seit 2014, konkrete Strategien zur Durchsetzung der Meisterpflicht und eine ehrliche Einschätzung der Risiken für Ausbildungsqualität, Arbeitsbedingungen und steuerliche Integrität. Sollte sie wieder mit ‚wir haben die Daten nicht‘ antworten, ist das keine Entschuldigung, sondern eine Ausrede. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat klargestellt, dass die Staatsregierung bei Themen in ihrem Verantwortungsbereich nachforschungspflichtig ist. Wir erwarten jetzt Taten – für ehrliche Friseure, für Qualität und für Bayern.“